Streuobstbau ist eine Form des naturverträglichen Obstbaus, bei dem großteils starkwüchsige, hochstämmige und großkronige Obstbäume in weiträumigen Abständen mit maximal 150 Bäumen je Hektar stehen. Charakteristisch für Streuobstbestände ist die regelmäßige Unternutzung als Dauergrünland. Daneben gibt es Streuobstäcker mit ackerbaulicher oder gärtnerischer Unternutzung, Streuobstalleen, sonstige linienförmige Anpflanzungen sowie Einzelbäume. Häufig sind die Streuobstbestände aus Obstbäumen verschiedener Arten und Sorten, Alters- und Größenklassen zusammengesetzt (Gemeinsame Erklärung zum Streuobstbau in Baden-Württemberg).
Mit ca. 18.000 ha Gesamtfläche und rund einer Million Hochstämmen gehören die Streuobstbestände in Nordrheinwestfalen zu den prägenden Bestandteilen der Kulturlandschaft. Bis zu 3.000 Tierarten leben im Umfeld der Streuobstwiesen. Während der Obstblüte werden zahlreiche Insekten angelockt: Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, die für die Bestäubung sorgen, Wespen, Schlupfwespen und holzbewohnende Käfer. Durch diesen Insektenreichtum werden viele andere Tiere wie Igel, insektenfressende Vögel und Fledermäuse angelockt. Auf Streuobstwiesen stehen auch alte Bäume, deren Stämme und Äste zum Teil morsch und hohl sind und einer Vielzahl von Tieren Unterschlupf bieten. Verschiedene Specht- und Eulenarten finden hier einen Lebensraum, in dem Sie auch brüten. Mehr als 50, teilweise gefährdete Singvogelarten, wurden in Streuobstwiesen beobachtet. Viele Vogelarten bauen ihre Nester erst ab einer gewissen Baumhöhe und benötigen einen Verbund an extensiv genutzten Biotopen.
www.pomologen-verein.de | www.apfelsorten-owl.de (owl: Ostwestfalen-Lippe) | www.streuobst.de | www.bund-lemgo.de
Die Sortenvielfalt des heimischen Streuobstes ist sehr groß. Der "Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz in NRW" - ein Fachgremium, in dem Fachbehörden (Umweltministerium, Landwirtschaftskammer, Landesanstalt für Ökologie), Verbände (Naturschutzverbände, Pomologenverein) und Unternehmen (Keltereien, Baumschulen) vertreten sind, hat daher für die verschiedenen Landschafträume in Nordrhein-Westfalen Sortenlisten für regionaltypische, altbewährte Obstsorten zusammengestellt, die vergleichsweise robust sind. Die Empfehlungen finden Sie auf der Homepage des BUND NRW.
Weitere Infos über alte Streuobstwiesen bekommen Sie auf der Homepage des BUND Lemgo. Hier können Sie z.B. nachlesen, wie man Obstbäume fachgerecht pflanzt und eine Obstsortendatenbank mit dem Ziel, vorhandene Informationen zu alten Obstsorten zur Verfügung zu stellen.
"Alte Obstsorten - neu entdeckt für Westfalen und Lippe" ist der Titel einer sehr informativen Broschüre für alle, die Obstbäume auf der Wiese oder im Garten haben oder eine Pflanzung planen. Sie finden hier ausführliche Sortenbeschreibungen, Tipps zur Pflanzung, Hinweise zur Minimalpflege, Maschinen zur Streuobsternte usw. Es ist alles drin, was man wissen muss, und gleichzeitig ist der Umfang so komprimiert, dass man den Text noch gerne liest. »Bezug der Broschüre siehe Infomaterial