Sammelsurium rund um den Naturschutz

Stauden und Gehölze in Ihrem Garten für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Schwebfliegen und Co.

Wie wäre es bei der nächsten Pflanzaktion im Garten mit Gewächsen, die bei Insekten besonders beliebt sind? Wählen Sie möglichst ungefüllte Sorten, denn bei  den gefüllten Sorten haben die Züchter Staubgefäße zu Blütenblättern umgezüchtet. Dadurch gibt es weniger Pollen in der Blüte, der bei Blütenbesuchern genauso beliebt ist wie Nektar. Bei gefüllten Blüten ist es für Insekten rein mechanisch auch schwierig bis an den Grund der Blüte vorzudringen und dort an den Nektar zu kommen. Auch zwischen den verschiedenen Arten von Stauden gibt es große Unterschiede. So sitzen Herzgespann, Fette Henne, Stockrose, Kugeldistel immer voll von verschieden Insekten.

Unter den Insekten gibt es neben  Allesfressern (z.B. die   Honigbiene), die sehr viele verschiedene Pflanzenarten besuchen,  auch Spezialisten, die auf ganz bestimmte Arten angewiesen sind. So kommt z.B. ein  Distelfalter nicht ohne Distel aus und ein Zitronenfalter nicht ohne Faulbaum (das ist ein Strauch, keine Baum) oder Kreuzdorn. Häufig sind es die heimischen Arten, die bei der heimischen Insektenwelt besonders beliebt sind. Die Blüten standortfremder Arten wie z.B.  von Rhododendron oder Forsythie werden im Gegensatz zu wilden Johannisbeeren von Insekten nicht besucht. . Eine Ausnahme ist der Schmetterlingsstrauch. Obwohl er ein  Exot ist, wird er von Insekten  trotzdem angeflogen.  Hier finden Sie eine Liste  mit Stauden und Gehölzen, die bei blütenbesuchenden Insekten besonders beliebt sind als pdf-Dateien zum Download. Bei  Bioland und dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiIBL) bekommen Sie ebenfalls  Bezugsadressen von Biosaat- und Pflanzgut für Zierpflanzen, Gehölze und Bäume: zur Bioland-Liste | FiBL-Liste

Verschenken Sie Nistkästen, Bienenhotels u.a. Wohnungsangebote

Sie brauchen noch ein Geschenk für Weihnachten oder zum Geburtstag? Wie wär's mit Wohnungsangeboten für Vögel, Fledermäuse oder Insekten? Wenn Sie selbst bauen wollen, finden Sie Bauanleitungen unter:
www.bund-lemgo.de
www.wildbienen.com
www.nabu-koeln.de
www.schulgarten.ch
www.bienenhotel.de

Keine Zeit mehr zum Basteln und lieber bestellen? Dann sind Sie hier richtig:
www.nabu-natur-shop.de
www.naturschutzbedarf-strobel.de
www.schwegler-natur.de

Immer gleich eine Schachtel Alunägel zum Aufhängen dazu verschenken, die Motorsäge und Kreissäge wird's danken!

Film "Blattlausfeinde" für Ihr Hoffest

Dieser Video-Film auf DVD ( Dauer 24 Minuten) stellt die wichtigen natürlichen Feinde von Blattläusen vor und zeigt, wie sich vier räuberisch lebende Gegenspieler (Blattläuse, Florfliegen, Schwebfliegen und Gallmücken) und zwei parasitisch lebende Schlupfespen, bei der Vertilgung bzw. Parasitierung von Blattläusen verhalten. Der Film entstand am Institut für Phytopatologie der Uni Kiel und wird über die Firma Sauter und Stepper vertrieben. Infos und Minifilm bei Sautter & Stepper

Geprüfter Natur- und Landschaftspfleger

Praktische Naturschutzarbeit und Öffentlichkeitsarbeit sind wesentliche Inhalte einer Fortbildung für Menschen mit abgeschlossener Ausbildung in grünen Berufen. Die Lehrgänge laufen in den Monaten Mai und Juni sowie Oktober und November jeden Jahres und umfassen 640 Stunden. Die hauptamtlichen Ranger des Rothaarsteiges oder des Nationalparks Eifel haben diese Prüfung bestanden. Interessant kann diese Fortbildung aber auch für Betriebsleiter mit Schwerpunkt im Vertragsnaturschutz und Landschaftspflege sein. Als Kurs "nebenbei" dürfte er allerdings für die allermeisten Landwirte und Gärtner eindeutig zu lang sein und in den falschen Monaten stattfinden.

Weitere Infos gibt es bei den Trägern der Maßnahme LWK, Bernhard Halbuer, Tel 0251 / 599306 und NUA, Frau Dr. Hein. Tel 02361 / 305339. Der Link zur Landwirtschaftskammer

Kürzungen im Vertragsnaturschutz und den Agrarumweltmaßnahmen

Juni 2006 | Die EU und das Land NRW werden auch am Vertragsnaturschutz sparen. Die Kreise können entscheiden, wo genau gespart wird. Sie dürfen aber nur 80 % der bisherigen Summe ausgeben. Laufende Verträge werden erfüllt, bei neuen Verträgen oder Verlängerungen bestehender Verträge muss man sich auf Kürzungen einstellen. Die meisten Kreise verkleinern die Gebietskulisse und konzentrieren sich auf Naturschutzgebiete, FFH-Gebiete o. ä. Da auf EU-Ebene für den Zeitraum 2007 bis 2013 neu entschieden wurde , was und vor allem wie viel gefördert wird, wurden  in 2006  nur einjährige Verträge geschlossen.

Für die Förderperiode 2007 bis 2013 werden insgesamt weniger Maßnahmen wie zuvor gefördert. Eine Übersicht über die Fördermöglichkeiten und welche Maßnahmen nicht mehr gefördert werden gibt die folgende Tabelle:  

Weiterhinangebotene Bausteine Wegfallend
  • ökologischer Landbau
  • betriebszweibezogene Grünlandextensivierung *
  • Vielfältige Fruchtfolge *
  • Uferrandstreifen
  • Bedrohte Nutztierrassen
  • Vertragsnaturschutz
  • Festmistwirtschaft
  • einzelflächenbezogene Grünlandextensivierung
  • Weidehaltung von Milchvieh
  • Erosionsschutz
  • Acker-/DK-Extensivierung
  • Schon-/Blühstreifen
  • langjährige Stilllegung

* nur Verlängerungen, d.h. Betriebe, die bisher bereits an dieser Maßnahme teilnehmen

Quelle: Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen www.munlv.nrw.de.

Bei den wegfallenden Maßnahmen (s.o.) werden in den kommenden Jahren laufende Bewilligungen aus der abgelaufenen Förderperiode 2000 bis 2006 weiter ausfinanziert. Landwirtinnen und Landwirte, die in Nordrhein-Westfalen entsprechend den Vorgaben der gültigen Förderrichtlinien Flächen bewirtschaften sind antragsberechtigt. Für Maßnahmen im Rahmen des Vertragsnaturschutzes können auch andere Landnutzer wie zum Beispiel Biologische Stationen eine Förderung erhalten. Anträge auf Förderung sind im Fall der Agrarumweltmaßnahmen beim Direktor der Landwirtschaftskammer als Landesbeauftragter und für den Vertragsnaturschutz bei den Unteren Landschaftsbehörden der Kreise und kreisfreien Städte zu stellen.

Der Vertragsnaturschutz dient der Umsetzung der Naturschutzziele, insbesondere der Umsetzung der NATURA 2000 Verpflichtungen. Er leistet einen grundlegenden Beitrag zur Erhaltung einer struktur- und artenreichen Kulturlandschaft und damit einer naturraumtypischen biologischen Vielfalt. Die Förderung über den Vertragsnaturschutz wird zwar grundsätzlich landesweit angeboten, jedoch erden die begrenzten finanziellen Mittel vorrangig zur Sicherung bzw. Entwicklung eines günstigen Erhaltungszustandes von Pflanzen, Tieren und Lebensräumen eingesetzt, für die Nordrhein-Westfalen eine europäische Verpflichtung hat oder die von besonderer regionaler oder landesweiter Bedeutung sind (NATURA 2000, FFH – Gebiete, etc.).

Im Rahmen des Vertragsnaturschutzes werden folgende Hauptvertragspakete gefördert:

  1. Naturschutzgerechte Bewirtschaftung von Äckern/Ackerrandstreifen zum Schutz spezieller Ackerlebensgemeinschaften
  2. Umwandlung von Acker in Grünland mit anschließender extensiver Nutzung
  3. Naturschutzgerechte Nutzung von Grünland als Wiese und Weide in verschiedenen Varianten
  4. Naturschutzgerechte Nutzung und Pflege sonstiger Biotope wie Heiden und Nasswiesen
  5. Streuobstwiesen- und Heckenpflege
  6. Zusatzmaßnahmen für Grünlandnutzungen

Weitere Informationen:
www.umwelt.nrw.de: Agrarumweltmassnahmen
www.oekolandbau.nrw.de: Naturschutz in NRW

Spinnenexperte und Ferienspaß

"Das ist eine Zwergspinne" Linus zeigt mir ein Prachtexemplar in der Becherlupe bei einer Ferienspaßaktion der Naturschutzberatung. Linus ist Spinnenexperte und erzählt, was er über diese Art weiß: Die Tiere (zwei bis drei mm) steigen auf Zaunpfähle oder irgendwas anderes Hohes, strecken ihren Hintern hoch und lassen einen Spinnfaden rauskommen. Dieser wird immer länger. Irgendwann pustet der Wind dann die Spinne am Faden davon. So können sie total weit fliegen. Diese Fäden sind die zahllosen Spinnfäden, die man jetzt bei dem schönen Wetter überall draußen sieht. Im Herbst kann man noch etwas anderes gut beobachten, nämlich im Morgentau unzählige waagerechte Netze der sogenannten Baldachinspinnen (5 bis 7 mm). Über dem Netz sind zahlreiche Stolperfäden ausgespannt. Die Spinne sitzt unter dem Netzteppich und wartet, bis ein fliegendes Insekt durch einen der Stolperfäden abstürzt und auf den Teppich fällt. Sie eilt darauf zur Absturzstelle und greift sich das Beutetier von unten durchs Gespinst hindurch.

Linus Clostermann, Spinnenexperte, 12 Jahre und Ute Buschhaus, Naturschutzberaterin, 45 Jahre

Zur Startseite: Naturschutzberatung NRW

Projektförderung durch:
Gefördert von der Stiftung für Umwelt und Entwicklung in Nordrhein-Westfalen