Jegliche Vielfalt bei den angebauten Früchten erhöht die Vielfalt der darin wild lebenden Tiere – egal ob es Vögel, Käfer, Bienen, Hummeln, Falter, Schwebfliegen oder andere sind. Mit Zwischenfrüchten kann man erheblich zur Steigerung der Vielfalt in der Feldflur beitragen. Der nachfolgende Beitrag schildert, warum die Zwischenfrüchte aus Naturschutzsicht so wertvoll sind und nennt Beispiele, wie es gehen kann.
Kruziferen wie Raps, Rübsen, Senf und Ölrettich sind sehr schnell in ihrem Wachstum und kommen deshalb auch noch im August ausgesät zur Blüte. Alle anderen müssen spätestens im Juli ausgesät werden, um blühen zu können. Ansonsten bieten sich abgeräumte Gemüsebeete oder Frühkartoffeln an. Phazelia, Sonnenblumen und Malven sind für Blütenbesuchern und Menschen gleichermaßen anziehend. Der für uns eher etwas unscheinbare Buchweizen ist allerdings bei Blütenbesuchern sehr beliebt. Speziell die Hummeln lieben alle Leguminosen. Wer im Frühjahr Untersaaten in Ackerbohnen oder Getreide gesät hat, hat noch zusätzlich Zeit für die Blüte der Zwischenfrucht gewonnen.
Zwischenfrüchte haben für die Natur auch im Winter eine große Bedeutung. In Stängeln, zum Beispiel von Sonnenblumen, können Insekten überwintern. Frucht- und Samenstände sorgen für das Überleben von Feldvögeln wie Grauammer, Goldammer und Rebhuhn. In einer Feldflur, die von Wintergetreide oder blankem Boden bestimmt ist, ist das für diese Tiere von großer Bedeutung. Wenn es pflanzenbaulich vertretbar ist, sollten Sie solche Zwischenfrüchte, die anders als Ölrettich auch im Winter Struktur behalten, erst im Frühjahr umbrechen. Solch ein Pflanzenbewuchs bietet zudem Deckung für Hasen, Rehwild, Wildschweine und anderes Wild.
Lauenauer Aktiv Humus Mischung |
Abfrierend, ohne Kruziferen |
Blaue Lupinen, Futtererbsen, Sommerwicken, Perserklee, Alexandrinerklee, Seradella, Phacelia, Futtermalve |
| Tübinger Mischung | Abfrierend, ohne Leguminosen | Phacelia, Buchweizen, Gebsenf, Ölrettich, Koriander, Ringelblume, Schwarzkümmel, Kornblume, Wildmalve, Dill, Borretsch |
| Mischung Hohebuch | Teilabfrierend, ohne Kruziferen | Platterbsen, Futtererbsen, Winterwicken, Buchweizen, Alexandrinerklee, Inkarnatklee, Sonnenblumen, Phazelia |
| Brandenburger Mischung | Abfrierend, besonders für leichte Böden | Phazelia, Seradella, Gelbsenf, Buchweizen, Ölrettich, Borretsch, Malve, Sonnenblume |
| BSV SZF3 | Teilabfrierend, ohne Kruziferen | Alexandrinerklee, Perserklee, Winterwicke, Sonnenblume, Phazelia, Buchweizen Platterbsen, Sommerwicke |
| Netzwerk Blühende Landschaft Futter | Abfrierend, ohne Kruziferen | Sommerraps, Sommerwicke, Alexandrinerklee, einjähriges Weidelgras oder Hafer, Buchweizen |
| Netzwerk Blühende Landschaft für Mulchsaat | Abfrierend, für anschließende Mulchsaat geeignet, ohne Kruziferen | Buchweizen, Sommerwicke, Phacelia, Alexandrinerklee |
| BSV SZF 5 | Abfrierend, kann von allen hier genannten Beispielen als letztes gesät werden | Futtererbse, Sommerwicke, Ölrettich, Senf, Phazelia |
| "Insektenparadies" | abfrierend | Senf, Ölrettich, Buchweizen, Öllein, Phazelia, Sonnenblume, Koriander, Futtermalve, Borretsch, Alexandrinerklee, Perserklee, Sommerwicke, Seradella |
| "Hummelblüten" | Abfrierend ohne Kruziferen | Buchweizen, Phazelia, Öllein, Sonnenblume, Sommerroggen, Borretsch, Futtermalve, Blaue Lupine, Alexandrinerklee, Perserklee, Sommerwicke, Seradella, Hornklee, Gelbklee |
| "Nützlingsstreifen" | Zweijährig, ohne Kruziferen | Buchweizen, Öllein, Waldstaudenroggen, Phazelia, Futtermalve, Luzerne, Esparsette, Blaue Lupine, Gelbklee, Hornklee, Rotklee, 7 verschiedene Kräuter |
Erschienen in: Lebendig Erde 4 / 2007 Seite 40