Blühende Zwischenfrüchte

Blühender Buchweizen und Phacelia
Blühender Buchweizen und Phacelia

Hummel in einem Gemenge aus Phacelia und Ölrettich
Gemenge aus Phacelia und Ölrettich
© Ute Buschhaus

Jegliche Vielfalt bei den angebauten Früchten erhöht die Vielfalt der darin wild lebenden Tiere – egal ob es Vögel, Käfer, Bienen, Hummeln, Falter, Schwebfliegen oder andere  sind. Mit Zwischenfrüchten kann man erheblich zur Steigerung der Vielfalt in der Feldflur beitragen. Der nachfolgende Beitrag schildert, warum die Zwischenfrüchte aus Naturschutzsicht so wertvoll sind und nennt Beispiele, wie es gehen kann.

Aussaattermin für Blüte im Herbst

Kruziferen wie Raps, Rübsen, Senf und Ölrettich sind sehr schnell in ihrem Wachstum und kommen deshalb auch noch im August ausgesät zur Blüte. Alle anderen müssen spätestens im Juli ausgesät werden, um blühen zu können. Ansonsten bieten sich abgeräumte Gemüsebeete oder Frühkartoffeln an. Phazelia, Sonnenblumen und Malven sind für Blütenbesuchern und Menschen gleichermaßen anziehend. Der für uns eher etwas unscheinbare Buchweizen ist allerdings bei Blütenbesuchern sehr beliebt. Speziell die Hummeln lieben alle Leguminosen. Wer im Frühjahr Untersaaten in Ackerbohnen oder Getreide gesät hat, hat noch zusätzlich Zeit für die Blüte der Zwischenfrucht gewonnen.

Zwischenfrüchte haben für die Natur auch im Winter eine große Bedeutung. In Stängeln, zum Beispiel von Sonnenblumen, können Insekten überwintern. Frucht- und Samenstände sorgen für das Überleben von Feldvögeln wie Grauammer, Goldammer und Rebhuhn. In einer Feldflur, die von Wintergetreide oder blankem Boden bestimmt ist, ist das für diese Tiere von großer Bedeutung. Wenn es pflanzenbaulich vertretbar ist, sollten Sie solche Zwischenfrüchte, die anders als Ölrettich auch im Winter Struktur behalten, erst im Frühjahr umbrechen. Solch ein Pflanzenbewuchs bietet zudem Deckung für Hasen, Rehwild, Wildschweine und anderes Wild.

Beispiele für vielfältige Zwischenfrüchte

Lauenauer Aktiv Humus Mischung

Abfrierend, ohne Kruziferen

Blaue Lupinen, Futtererbsen, Sommerwicken, Perserklee, Alexandrinerklee, Seradella, Phacelia, Futtermalve

Tübinger Mischung Abfrierend, ohne Leguminosen Phacelia, Buchweizen, Gebsenf, Ölrettich, Koriander, Ringelblume, Schwarzkümmel, Kornblume, Wildmalve, Dill, Borretsch
Mischung Hohebuch Teilabfrierend, ohne Kruziferen Platterbsen, Futtererbsen, Winterwicken, Buchweizen, Alexandrinerklee, Inkarnatklee, Sonnenblumen, Phazelia
Brandenburger Mischung Abfrierend, besonders für leichte Böden Phazelia, Seradella, Gelbsenf, Buchweizen, Ölrettich, Borretsch, Malve, Sonnenblume
BSV SZF3 Teilabfrierend, ohne Kruziferen Alexandrinerklee, Perserklee, Winterwicke, Sonnenblume, Phazelia, Buchweizen Platterbsen, Sommerwicke
Netzwerk Blühende Landschaft Futter Abfrierend, ohne Kruziferen Sommerraps, Sommerwicke, Alexandrinerklee, einjähriges Weidelgras oder Hafer, Buchweizen
Netzwerk Blühende Landschaft für Mulchsaat Abfrierend, für anschließende Mulchsaat geeignet, ohne Kruziferen Buchweizen, Sommerwicke, Phacelia, Alexandrinerklee
BSV SZF 5 Abfrierend, kann von allen hier genannten Beispielen als letztes gesät werden Futtererbse, Sommerwicke, Ölrettich, Senf, Phazelia
"Insektenparadies" abfrierend Senf, Ölrettich, Buchweizen, Öllein, Phazelia, Sonnenblume, Koriander, Futtermalve, Borretsch, Alexandrinerklee, Perserklee, Sommerwicke, Seradella
"Hummelblüten" Abfrierend ohne Kruziferen Buchweizen, Phazelia, Öllein, Sonnenblume, Sommerroggen, Borretsch, Futtermalve, Blaue Lupine, Alexandrinerklee, Perserklee, Sommerwicke, Seradella, Hornklee, Gelbklee

 

Beispiele für überwinternde, zweijährige Blühstreifen

"Nützlingsstreifen" Zweijährig, ohne Kruziferen Buchweizen, Öllein, Waldstaudenroggen, Phazelia, Futtermalve, Luzerne, Esparsette, Blaue Lupine, Gelbklee, Hornklee, Rotklee, 7 verschiedene Kräuter

Erschienen in: Lebendig Erde 4 / 2007 Seite 40

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