Nicht nur im Grünland wird gemäht. Auch die Wegrändern werden vielerorts abgemulcht. Wegränder sind jedoch wichtige Strukturen in der Landschaft, die für Blütenbesucher, Samen- und Pflanzenfresser Nahrung bieten. Gleichzeitig schaffen sie Deckung für Kleintiere und Niederwild und wirken als Ausbreitungskorridore in einer viel zu oft ausgeräumten Agrar-Landschaft.
Bis zu 1.000 Tierarten können in einem vielseitigen blütenreichen Wegrain leben, wenn er richtig gepflegt wird, wobei die "richtige" Pflege stark vom Vegetationstyp abhängt. Generell gilt, dass die Schnitthöhe zum Schutz der hier lebenden Tiere nicht unter 10 cm liegen sollte.
Normal wird der Aufwuchs abgemulcht und liegen gelassen. Aber obwohl es mehr Aufwand bedeutet, ist das Abräumen des Mähgutes an kräuterreichen Säumen von Vorteil, da einer weiteren Anreicherung von Nährstoffen entgegengewirkt wird und sich auch konkurrenzschwächere Pflanzenarten durchsetzen können. Möchte man jedoch einen artenreichen Wegrain fördern, so empfiehlt es sich, das Mähgut einige Tage liegen zu lassen, damit die durch die Mahd überraschten Tiere auf einen Lebensraum in der Nähe ausweichen können. Es kann auch etappenweise halbseitig gemäht werden. Dann bietet der noch stehende Streifen einen "Ersatzlebensraum".