Aktuelle Kurzmeldungen

Cécile Hahn neue Beraterin bei der Naturschutzberatung NRW

Cécile HahnJuni 2008 | Seit Anfang Juni bin ich als Naturschutzberaterin in dem gemeinsamen Projekt "Einzelbetriebliche Naturschutzberatung" der Verbände Demeter und Bioland in NRW tätig und übernehme damit das Aufgabenfeld von Frau Ute Buschhaus.

Die Schnittstelle zwischen der Landwirtschaft und dem Naturschutz stellt ein zentrales Thema meiner bisherigen Tätigkeiten dar. Mein Studium der Agrarwissenschaften mit der Fachrichtung Umweltsicherung und Entwicklung ländlicher Räume habe ich im April 2002 in Gießen abgeschlossen. Im Rahmen des Studiums habe ich die landwirtschaftlichen Arbeitsabläufe auf einem biologisch wirtschaftenden Betrieb mit Ziegenhaltung und Käseherstellung in Südfrankreich und auf einem konventionellem Betrieb mit Milchviehhaltung, Schweinemast, Hühnerhaltung und Ackerbau kennen gelernt. Neben den Konfliktpotentialen mit dem Naturschutz und dem Wasserhaushalt habe ich mich intensiv mit den Möglichkeiten der Einbindung der Landwirtschaft in den praktischen Naturschutz u.a. durch Agrarumweltprogramme oder die Eingriffsregelung beschäftigt.

Durch die sich anschließenden Praktika im In- und Ausland habe ich einen weitreichenden Einblick in die Problematik des Flächenverbrauchs und der Nutzungskonkurrenz in Ballungsräumen erlangt. Speziell die Rolle und Sicherung der Landwirtschaft in Ballungsräumen und die Ausnutzung möglicher Synergieeffekte mit dem Naturschutz und der Naherholung standen hier im Mittelpunkt. Während meiner Beschäftigung in einem Umweltbüro in Reiskirchen habe ich meine Kenntnisse im Bereich Naturschutz und Umweltpädagogik, Schwerpunkt Wasser und dem nachhaltigen Hochwasserschutz vertieft.

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Naturschutzberaterin möchte ich die Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz und zur Entwicklung der Natur und Landschaft durch die Landwirtschaft unterstützen, Informationen zur Verfügung stellen und speziell Kindern und Jugendlichen naturschutzfachliche Themen sowie die ökologischen Leistungen landwirtschaftlicher Betriebe näher bringen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und stehe für Fragen zu Naturschutzthemen gerne zur Verfügung.

Sie erreichen mich in der Bioland Landesgeschäftsstelle NRW.
Tel.: 02385 / 9354 - 14, Mobil: 0177 / 3021639, E-Mail: cecile.hahn -at- bioland.de

Neue Mischungen für Blühstreifen

März 2008 | Gemeinsam mit der Naturschutzberatung in Niedersachsen und der Firma Camena haben wir die drei Blühstreifen-Saatgutmischungen weiter entwickelt. » Hier werden sie vorgestellt

Blüten für Nützlinge im Gartenbau

Gärtner ernten überwiegend Wurzeln und Blätter, so dass es in den Beeten kaum Blüten gibt. Diese werden aber von vielen Nützlingen als Nahrungsquelle und ungestörter Wohnquartier benötigt. So hat unlängst ein Biogärtner festgestellt, dass die Kohlweißlinge deutlich weniger wurden, nachdem regelmäßig Ringelblumen mit im Beet stehen. Hier ein paar Tipps, wie Sie es machen können.

Sie können fertige einjährige Mischungen verwenden wie zum Beispiel von Camena „Visselhöveder Hummelblüten“ (Katalog Seite 41) mit Buchweizen, Phacelia, Öllein, Sonnenblumen, Borretsch, Ringelblumen, Mariendisteln und sieben verschiedenen Leguminosen. Die Mischung ist 71 % Öko und wirkt wie eine Gründüngung. Alternativ können Sie auch Küchenkräuter zur Blüte kommen lassen, oder Sommerblumen verwenden (Bsp: von Bingenheim in Bioqualität). Bei Zierpflanzen sollten Sie unbedingt auf ungefüllten Sorten achten. Nur dann ist der Nektar für Blütenbesucher erreichbar und nur die ungefüllten Blüten produzieren genug Pollen, auf den viele Insekten als Eiweißquelle angewiesen sind.

Wenn Sei Ihre Jungpflanzen selbst ziehen, können Sie zum Beispiel auf jede Palette Kohl 5 % Ringelblumen pikieren. Einige Jungpflanzenbetriebe bieten Blütenmischungen (ganze Paletten) an. Über beide Verfahren können Sie die Blütenpflanzen bunt über die Beete verteilen. Alternativ können Sie auch Nützlingsstreifen pflanzen oder aussäen. 

Weitere Infos in einem Artikel von Flora Eisenkolb im ÖKOmenischen-Gärtner-Rundbrief Ausgabe Februar-März 2007, auf unserer Homepage www.naturschutzberatung-nrw.de oder per Mail cecile.hahn -at- bioland.de bzw. Telefon 02385 / 935414.

Die Hofstelle naturnah und attraktiv gestalten

Die Hofstelle ist Arbeits- und Wohnumfeld für Menschen, eine Visitenkarte für Besucher und besonders Kunden. Sie ist ebenso Lebensraum für Pflanzen, Fledermäuse, Hummeln, Schwalben und andere Lebewesen. In einem neuen Merkblatt von Bioland, FiBL, KÖN und Demeter finden Sie zahlreiche Anregungen und praktische Tipps, wie Sie sich Ihr Arbeits- und Wohnumfeld besonders schön gestalten können, wie das Hofgelände für Hofkunden und Besucher anziehend wirkt und wie Sie gezielt etwas für den Naturschutz tun können.

Die Hofstelle naturnah und attraktiv gestalten
Merkblatt, 28 S., DIN A 4, reich illustriert
ISBN 978-3-934239-33-3
7,- Euro zzgl. Porto
Bestellungen im Buchhandel oder direkt beim Bioland-Verlag, Kaiserstr. 18 55116 Mainz www.bioland-verlag.de Tel.: 06131/14086-95, Fax: 06131/14086-97, E-Mail: abo @ bioland.de

Aussaat von Getreide und Körnerleguminosen: Lerchenfenster freilassen

Die Feldlerchen haben es auf den heutigen Äckern nicht ganz leicht. Sie brauchen mehrere Bruten, um ihre Population zu erhalten. Die erste Brut beginnt etwa in der zweiten Aprildekade und gelingt häufig. Die zweite Brut ist aber erst Ende Juni fertig und da ist es in heutigen Getreidebeständen einfach zu dicht. Außerdem ist es für Lerchen da zu feucht. Die Tiere werden ebenso wie junge Fasanen, Rebhühner und Kiebitze pitschnass und kühlen aus. Die Lerche ist ein Wüstenvogel und hätte am liebsten kaum bewachsenen Rohboden. Mit sogenannten Lerchenfenstern kann man ein Angebot für diese Tiere schaffen. Bei der Aussaat setzen Sie die Maschine aus und lassen ca. 20 m² frei. An einer oder mehreren Stellen (optimal sind drei pro Hektar) sollte man das wiederholen. Ungeeignet sind Stellen mit besonders vielen Wurzelunkräutern. Die Lerchenfenster dürfen nicht direkt an eine Fahrgasse angrenzen, denn diese sind Autobahnen für Katzen und andere Räuber. Niedrigbleibende Untersaaten wie Weißklee werden wahrscheinlich von den Lerchen auch angenommen, hochwachsende Untersaaten wie Rotklee verursachen für die Lerchen die gleichen Probleme wie dichtes Getreide. Knete gibt es keine oder wenig (Bsp. Kreis Soest 20 € pro Hektar).

Natürliche Feinde des Kohlweißlings fördern

Ringelblume
Quelle: www.oekolandbau.de
copyright: BLE
Familie Westerbarkey setzt beim Pflanzen von Kohl immer wieder zwischendurch Jungpflanzen von Tagetes und Ringelblume. Seither sind Raupen am Erntegut keine Thema mehr. Der ärgsten Feinde des Kohlweißlings sind räuberische Insekten, insbesondere Brackwespe, Erzwespe und Kohlweißlings-Schlupfwespe. Diese brauchen als Imago (= ausgewachsenes Insektenstadium) Blüten mit Nektar und Pollen als Nahrungsangebot. Sie parasitieren verschiedene Entwicklungsstadien der Kohlweißlinge oder saugen sie direkt aus. Obwohl sie so klein, unscheinbar und meist unentdeckt sind , können Sie durchaus große Massen von Kohlweißlingen als Ei oder Raupe oder Puppe vernichten. Wenn es in Ihren Arbeitsablauf der Produktion von Kohl-Jungpflanzen passt, können Sie die Kisten / Platten bei der Aussaat oder beim Pikieren gleich mit einer gewissen Anzahl von Blumen bestücken. Ab da werden die Blumen genauso behandelt als wären sie Kohlpflanzen (beim Pflanzen, beim Unkrauthacken usw.).

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